Historisches Museum Uri
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Leben und Sterben im Mittelalter



In diesem Raum wird versucht, die langläufige Vorstellung vom "düsteren Mittelalter" etwas zu korrigieren und aufzuzeigen, dass dies eine farbige und lebensprühende Zeit war. Aus diesem Grunde wurde die Präsentations thematisch gegliedert und mit anderen mittelalterlichen Objekten, zum Beispiel aus dem kirchlichen Bereich, sowie mit zeitgenössischen Bildern (aus der Manessischen Liederhandschrift), auf welchen ausgestellte Fundstücke im praktischen Gebrauch sichtbar sind, angereichert und illustriert. Zu Vergleichs- oder Illustrationszwecken wurden da und dort auch nachmittelalterliche Objekte beigezogen.
Die Abteilung "Leben und Sterben im Mittelalter" im Historischen Museum Uri birgt einige Objekte von gesamtschweizerischer, ja europäischer Bedeutung: Das Fastentuch von 1421, das älteste erhaltene im ganzen alpenländischen Raum und zugleich die älteste bekannte "Tüchleinmalerei" Europas; das romanische Vortragekreuz um 1170 aus Göschenen, ein hervorragendes romanisches Kunstwerk; die "Madonna mit der Traube" aus dem zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts, entstanden in Dijon, die vollendetste mittelalterliche Plastik im Raum Innerschweiz, und der Pestsarg von Spiringen von 1565, der älteste erhaltene Mehrfachbestattungssarg Europas.

Ausstellungsgegenstände

Beckenhaube aus der Burg Attinghausen
"Beggelhelm"; stammt aus der Zeit um 1360/80. Die Löcher am unteren Helmrand dienten der Befestigung des Halsschutzes aus Kettenpanzergeflecht. An der Stirnpartie ist ein Rest des Bügels zum Anstecken des heute verlorenen Visiers erhalten.
     
Bolzeneisen / Pfeilspitzen
Zur Bewaffnung, die auch der Jagd diente, gehören auch die drei Bolzeneisen für eine Wallarmbrust sowie die verschiedenen Pfeilspitzen. Die Schäfte sind eine neue Ergänzung (nach Angaben von Prof. Werner Meyer).
     
Bügelschere, alt
Ebenfalls in diesen Bereich gehört die grosse Bügelschere aus Eisen, eine federnde Verbindung zweier Messer. Sie stammt ebenfalls aus der Burg Attinghausen und diente zum Scheren der Schafe, aber auch zum Zerschneiden von Stoff, Leder und ähnlichen Materialien. Die Form der Bügelschere hat übrigens praktisch unverändert bis in die Gegenwart überlebt.
     
Bügelschere, neu
Das Exemplar mit den roten Handgriffen stammt aus einem landwirtschaftlichen Werkzeugkatalog des Jahres 2000. Rund 800 Jahre trennt es von seinem mittelalterlichen Gegenstück.
     
Farbabbildung "Très riches heures des Duc de Berry"
Die beigegebene Farbabbildung aus den "Très riches heures des Duc de Berry" vermittelt einen kleinen Eindruck von der höfischen Eleganz des damaligen Burgund, in dem die Plastik entstanden ist.
     
Feuerstahl
Mit Hilfe eines Feuerstahls konnte man ein Feuer entfachen. Das ausgestellte Exemplar wurde in der Burg Attinghausen gefunden. Oben befinden sich zwei Griffhaken (einer davon ist abgebrochen), unten die Schlagfläche. Mit einem harten Feuerstein, der dagegen geschlagen wird, erglühen kleinste Funken, welche ein Stück darunter gelegten Zunder zum Glimmen bringen. Damit kann schliesslich mit Hilfe von leicht entzündbarem pflanzlichem Material eine Flamme entstehen. Das Feuer war ein äusserst kostbares und lebenswichtiges Element. Es diente zum Kochen, lieferte eine bescheidene Wärme, und in Form von übel riechenden Talglichtern ein trübes Licht. Man liess es deshalb nie völlig ausgehen. Aus Gluten unter der Asche liess es sich immer wieder neu entfachen.
     
Foto Uristier aus dem Tellspiel

     
Gipsabguss des Schatzkästleins von Attinghausen
Das Original befand sich unter den ans Landesmuseum gelangten Gegenständen aus der Sammlung Denier. Es soll sich im Kirchenestrich von Attinghausen befunden haben und Pfarrer Denier erhielt es vom Kirchenrat als Geschenk.
     
Gotische Muttergottes mit Kind, um 1420
Ihre ursprünglich farbige Fassung ist leider verloren gegangen. Ebenso fehlt die linke Hand der Muttergottes, die möglicherweise einen Apfel gehalten hat. Dennoch strahlt das kleine Bildwerk, das einst vermutlich Mittelteil eines kleinen Altarschreines war, einen eigenartig-intimen Reiz aus.
     
Grisaillescheibchen

     
Gürtel mit Lederriemenschnallen
Die fünf eisernen Gürtel- oder Lederriemenschnallen stammen aus dem 12. Jahrhundert aus der Burg Attinghausen
     
Hacke
Der mittelalterliche Holzschnitt stammt aus dem Jahr 1476 und zeigt eine Frau beim Spinnen sowie einen Bauern bei der Arbeit mit der zweizinkigen Hacke. Ein gleiches Originalwerkzeug aus dem 14. Jahrhundert wurde in der Burg Attinghausen gefunden und ist hier ebenfalls ausgestellt.
     
Harsthorn von Uri
Leihgabe Kanton Uri
     
Holzbüste Hl. Katharina
Hl. Katharina mit Kone, langes Kaushaar, Buch; Das aus Holz geschnitzte gotische Reliquiar der Heiligen Katharina stammt aus Silenen. Auf der Brust befindet sich eine Öffnung zur Aufbewahrung von Reliquien. Die Rückseite. zeigt die weibliche Frisurenmode des Hochmittelalters: lang niederfallende, künstlich gekräuselte Haare, die in üppiger Fülle den Rücken ihrer Trägerin bedecken.
     
Holzflasche

     
Holzgefäss, Fragment

     
Holzschale

     
Holz-Skulptur Krucifix, gotisch
Krucifix mit Bemalung
     
Holzstatue Ambrosius
St. Ambrosius mit Mitra, Kirchenpatron von Erstfeld, ohne Reste der Bemalung
     
Hufeisen und Hufnägel
Hufeisen und Hufnägel sind ebenfalls Fundstücke aus der Burg Attinghausen. Sie dokumentieren die Bedeutung des Pferdes als Transportmittel für den damaligen Menschen.
     
Kachelfragment

     
Kachelfragment

     
Kachelfragment

     
Kachelfragment
Das stark beschädigte Kachelfragment stammt von einem Ofen in der Burg Attinghausen und zeigt die Figur eines Ritters in der Kriegstracht des beginnenden 14. Jahrhunderts.
     
Kachelfragmente
Verschiedene Fundstücke aus der Burg Attinghausen dokumentieren die Ausstattung der mittelalterlichen Wohnräume. Die Burg besass wohl die ersten Kachelöfen in Uri. Die Kachelfragmente (ein Eckstück mit dem Kopf eines gekrönten Königs und Blumenbordüre sowie ein zweites mit einem schreitenden Widder, und ein drittes mit der Figur eines Ritters in der Kriegstracht des beginnenden 14. Jahrhunderts) sind in der ersten Vitrine ganz vorne rechts ausgestellt. Sie stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit aus zürcherischen Manufakturen. –
     
Kettenhemd
Das Kettenhemd war die damals übliche Körperpanzerung, die aus Tausenden von ineinander gehängten, vernieteten Ringen aus Eisen zusammengesetzt waren. Das Fragment von einem solchen, im Feuer der brennenden Burg zusammengeschmolzenen Kettenhemdes aus dem 14. Jahrhundert ist hier ausgestellt.
     
Kindergrabmal
Kindergrabmal für Bernadette Schuler (+ 1948), von Franz Bär
     
Klappmesser

     
Köcher mit Pfeilen

     
Kochutensilien
Die ausgestellten Fundstücke stammen aus der Küche der Burg Attinghausen. Drei Ringe sind Überreste von Herdketten, mit denen die Töpfe über das Feuer gehängt wurden. Von diesen sind ein grosser und ein kleiner eiserner Kochtopfbügel erhalten geblieben. Der mittelalterliche Holzschnitt zeigt anschaulich, wie man sich eine solche Burgküche vorzustellen hat. Der ausgestellte Kochtopf aus Erz ist zwar nachmittelalterlich. Seine Grundform entspricht jedoch noch völlig den im Mittelalter verwendeten Dreibeintöpfen, wie sie auf der zeitgenössischen Abbildung zu sehen sind.
     
Lederreste einer Fussbekleidung

     
Madonna mit der Traube
Stehende Muttergottes mit Kind auf dem rechten Arm, in der linken Hand eine Traube haltend. Das Kind spielt Verstecken mit dem Mantel der Mutter. Die Figur ist vollplastisch geschnitzt, mit ursprünglicher Gold- und Farbfassung. Sie wurde vermutlich als "Stangen-Muttergottes" an Prozessionen mitgetragen.
     
Messerfragmente
Hirsebrei oder -mus gehörte im Hochmittelalter zu den hauptsächlichsten Speisen, ergänzt durch Milchprodukte und Pflanzenkost, wie Beeren, Obst und Nüsse. Das Fleisch blieb ein eher seltener Leckerbissen. Durch die Jagd kam gelegentlich Wildbret auf den Tisch. Die Art der Nahrung unterschied sich bei Adeligen und Bauern nicht wesentlich. – Die tägliche Versorgung mit Nahrung war damals keineswegs gesichert. Missernten, Ungeziefer, Kälte, Dürre, Hochwasser oder Feuer machten den Hunger zum immer wiederkehrenden Begleiter des Menschen. – Vom Essgeschirr und Tafelgerät des Hochmittelalters hat sich in Uri praktisch nichts erhalten. Die hölzernen Teller, von denen man sicher auch in der Burg Attinghausen ass, sind alle zerstört. Dagegen haben sich einige Messerfragmente erhalten. Sie waren neben der Hand und hölzernen Löffeln das einzige Tafelgerät, dessen man sich bediente. –
     
Model einer Alphütte
Die archäologischen Grabungen von Prof. Werner Meyer auf "Blumenhütten" ob Hospental bildeten die Grundlage für die Rekonstruktionsmodelle von zwei Alphütten aus dem 9. Jahrhundert (ausgeführt durch P. Schaad). Sie besitzen Steinbedachungen in unterschiedlicher Ausführung. Die alpwirtschaftliche Erschliessung des Gotthardgebietes erfolgte damals durch Bauern aus der Leventina von Süden her.
     
Model einer Alphütte
Die archäologischen Grabungen von Prof. Werner Meyer auf "Blumenhütten" ob Hospental bildeten die Grundlage für die Rekonstruktionsmodelle von zwei Alphütten aus dem 9. Jahrhundert (ausgeführt durch P. Schaad). Sie besitzen Steinbedachungen in unterschiedlicher Ausführung. Die alpwirtschaftliche Erschliessung des Gotthardgebietes erfolgte damals durch Bauern aus der Leventina von Süden her.
     
Modell Burg Attinghausen
Rekonstruktionsmodell von P. Schaad auf Grund der archäologischen Befunde von Prof. Werner Meyer geschaffen. Das Modell zeigt die Rekonstruktion des mutmasslichen Aussehens im 14. Jahrhundert, als die Freiherren von Attinghausen aufgrund ihres Besitzes und ihrer Ämterfülle vorübergehend im Tal Uri die Alleinherrschaft auszuüben vermochten. Bis 1321 residierte auf der Burg Attinghausen Freiherr Werner II., einer der Stifter des Schweizerbundes. Ihm folgte sein Sohn Johannes, Ritter und bis zu seinem Tode im Jahre 1359 Landammann von Uri. Auch er machte sich verdient um die Gründung der Eidgenossenschaft.
     
Modell Burg Attinghausen im Winter
Das Modell von P. Schaad zeigt den heutigen Zustand der Burgruine
     
Modell Burgturm von Seedorf
Rekonstruktionsmodell von P. Schaad auf Grund der archäologischen Befunde von Prof. Werner Meyer geschaffen. Der Burgturm von Seedorf entstand im 13. Jahrhundert. Über einem würfelförmigen Steinsockel mit ebenerdigem Eingang erhob sich ein mächtiger zweigeschossiger Obergaden aus Holz.
     
Modell Turm von Hospental
Rekonstruktionsmodell von P. Schaad auf Grund der archäologischen Befunde von Prof. Werner Meyer geschaffen. Der Turm von Hospental entstand in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Das Modell zeigt das mutmassliche Aussehen der kleinen Burganlage mit Hocheingang und Aborterker und den inzwischen verschwundenen Nebenbauten. – Die Burg Attinghausen war die imposanteste Burg in Uri. Die Ruine gehört heute dem Historischen Verein Uri.
     
Modell Zwing Uri
Rekonstruktionsmodell von P. Schaad auf Grund der archäologischen Befunde von Prof. Werner Meyer geschaffen. Die Turmburg Zwing Uri entstand um 1250 anstelle eines bäuerlichen Gehöfts aus der Zeit um 1100. Zwischen 1320 und 1340 wurde die Anlage ausgebaut aber nicht vollendet. Mit den Ereignissen um 1291 steht die Burgruine in keinem erkennbaren Zusammenhang. Die im 15. Jahrhundert aufgekommene Überlieferung von einer Zerstörung der Burgen habsburgischer Vögte als Auftakt zur "Gründung" der Eidgenossenschaft ist historisch nicht haltbar.
     
Nachmittelalterlicher Nackenschutz
Nachmittelalterlicher Nackenschutz aus Kettengeflecht.
     
Pestsarg
Die Pestzüge, die seit 1348 bis ins 17. Jahrhundert hinein andauerten, forderten in Europa und auch in Uri ungeheure Opfer. Bis zu einem Drittel der Bevölkerung wurde in kürzester Zeit dahingerafft. Das Massensterben prägte ein bis dahin nicht gekanntes Todesbewusstsein. 1564 ging einer der schrecklichsten Seuchenzüge über Europa hinweg. In Uri war damals besonders das Schächental betroffen. Der "Pestsarg" von Spiringen trägt die eingeschnitzte Jahreszahl 1565 und ein Kreuzzeichen, die wohl das Ende der Seuche bezeichnen. Die unzähligen Toten wurden im gleichen Sarg zu Grabe getragen und durch den aufklappbaren Boden in die Grube fallen gelassen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass es sich dabei um den ältesten erhaltenen Mehrfachbestattungssarg handelt. – Im grossen Ganzen stand man im Mittelalter der Krankheit mangels medizinischer Kenntnisse völlig hilflos gegenüber. Im Volksglauben betrachtete man die Pest als Geissel Gottes für das sündige Tun der Menschheit. Vier Pestwellen waren im 17. Jahrhundert noch zu verzeichnen. Um 1670 erlosch die Krankheit schliesslich langsam. Ihre endgültige Ausrottung beruhte letztlich auf Erkenntnissen ihrer Übertragungswege dank dem Aufschwung der Wissenschaften in der Renaissance-Zeit. Die Besiegung der Seuche bedeutete in gewissem Sinne tatsächlich auch den Ausklang des Mittelalters.
     
Pfeilbogen

     
Rest eines Ritterwams
Mittelalterliche Kleidungsstücke sind uns nicht im Original erhalten, sondern nur durch zeitgenössische Abbildungen überliefert, zum Beispiel auf den Bildern der Manessischen Liederhandschrift. Der geschlitzte Stoff in der Vitrine gilt in der Überlieferung als "Rest eines Ritterwamses", der in Zweitverwendung als Beichtstuhlvorhang in der Jagdmattkapelle in Erstfeld diente, und deshalb erhalten blieb. Hinter diese Überlieferungsgeschichte muss freilich ein Fragezeichen gesetzt werden.
     
Ritterausrüstung
Die Originalfundstücke aus der Burg Attinghausen stammen aus der Zeit des beginnenden 14. Jahrhunderts. Es sind Ausrüstungsfragmente von Pferd und Reiter: Hufeisen mit Nägeln, Reitersporn und Steigbügel.
     
Rittersporn
Das zusammengedrückte Fragment eines Sporns stammt aus der Burg Attinghausen und war im 13. Jahrhundert in Gebrauch. Die Abbildung eines Sporenpaares aus demselben Zeitraum zeigt, wie man sich das Objekt in unbeschädigtem Zustand vorzustellen hat.
     
Romanisches Vortragekreuz von Göschenen
Das prachtvolle Kreuz aus Messing war ursprünglich voll vergoldet und besass an den Enden der vier Kreuzesarme Medaillons aus geschliffenem Bergkristall. Es ist um 1150 vermutlich im Bodenseeraum entstanden und diente einst als Vortragekreuz bei Prozessionen in der alten Kirche von Göschenen. Wie es dorthin gelangte, ist nicht mehr nachzuvollziehen. Tatsache aber ist, dass die Bergbevölkerung in den entlegensten Dörfern durch die Kirche mit Werken von höchster künstlerischer Qualität in Kontakt kam. Die mittelalterliche Darstellung auf der farbigen Abbildung zeigt einen Priester bei einer Begräbniszeremonie, begleitet von einem Ministranten, der ein Vortragekreuz in der linken Hand hält.
     
Sax mit Beimesser

     
Schild

     
Skulptur des Heiligen Ambrosius aus der Zeit um 1350
Die hölzerne Plastik des Heiligen Bischofs Ambrosius ist um die Mitte des 14. Jahrhunderts entstanden und stammt aus der alten, abgebrochenen gotischen Kirche von Erstfeld. Die Figur wurde irgendwann am unteren Ende um ein erhebliches Stück gekürzt, vermutlich weil sie morsch und beschädigt war. Dadurch hat sie zweifellos etwas von ihrer eindrücklichen Dominanz verloren. Ausserdem ist der Bischofsstab, den sie in der linken Hand hielt, verloren gegangen, ein für die Gesamtkomposition wichtiges Element. Trotz diesen Beschädigungen vermittelt die Figur einen kleinen Eindruck von der reichen Ausstattung der mittelalterlichen Kirchen in Uri und zugleich von der tiefen Gläubigkeit der damaligen Menschen.
     
Skulptur schmiedeiserner Tod
Der schmiedeiserne Tod mit Sanduhr und Schaufel ist nachmittelalterlich. Er krönte einst das Dach der abgebrochenen alten Beinhauskapelle in Erstfeld.
     
Spatha mit Wehrgehänge

     
Spiesseisen
Das grosse Spiesseisen mit der sternförmigen Schlagmarke stammt ebenfalls aus der Burg Attinghausen. Es gehörte zu einer Waffe, die für den Stoss vom Pferd aus bestimmt war. Der Ritter klemmte den Spiess unter den rechten Arm. Die Wucht des Stosses ging vom galoppierenden Pferd aus.
     
Spinnwirteln
Die Schafe waren nicht Fleisch- sondern vor allem auch Wollelieferanten. – Im Mittelalter gehörte das Spinnen, Weben und die Textilherstellung zum Alltag vieler Frauen und Kinder. Die Funde von Spinnwirteln sind Zeugen dafür, dass an den Fundorten Rohwolle zu Garn oder Faden verarbeitet wurde. Es sind kleine Gewichte aus gebranntem Ton, die unten an den Spindeln befestigt waren und diesen den nötigen Schwung verliehen für das Herausdrehen des Garnes. –
     
Sporngarnitur

     
Spriesshölzer des Steinplattengrabes

     
Steinernes Kinder-Tuffsteingrab
Das kleine Tuffsteingrab enthielt das Skelett eines verstorbenen Kindes. Er war im Fundament der ersten Altdorfer Kirche eingemauert.
     
Teilstück eines Hungertuches
Es handelt sich um den Rest eines grossen Hungertuches, ähnlich dem berühmten von Steinen, welches zufällig als Rückseite eines Antipendiums erhalten blieb. Die Szenen Adam und Eva und Seths Tod sind ganz erhalten. Von einigenb anderen Szenen sind Teilstücke vorhanden. Die Fasten- oder Hungertücher dienten dazu, während der vorösterlichen Fastenzeit den Altarraum der Kirchen gegen das Volk hin zu verhüllen. Sie wurden am Choreingang am Triumphbogen befestigt, und zwar vom ersten Fastensonntag bis zum Mittwoch der Karwoche. Das Fastentuchfragment von 1421 ist eine der bedeutendsten mittelalterlichen Malereien auf Gewebe und zugleich die früheste erhaltene bekannte Malerei eines Fastentuches im gesamten alpenländischen Raum überhaupt. Untersuchungen haben ergeben, dass es vermutlich monumentale Ausmasse besass und wahrscheinlich aus der Pfarrkirche in Altdorf stammte. Erhalten blieb das Fragment durch seine Zweitverwendung als Fütterung eines Lederantepensums in der Jagdmattkapelle in Erstfeld. Die erhaltenen Darstellungen zeigen den Sündenfall sowie die äusserst selten dargestellte Szene von Adams Begräbnis. Das angeschnittene Bild unten stellt Moses vor dem brennenden Dornbusch dar. Rechts oben schloss sich vermutlich die Vertreibung aus dem Paradies an; rechts unten der Durchzug durch das Rote Meer. Das Ganze fügte sich zu einer monumentalen Bildergeschichte zusammen, welche dem Volk, das nicht lesen und schreiben konnte, die biblischen Ereignisse auf sinnfällige Art vor Augen führte. – Das Fastentuchfragment präsentiert sich heute in gereinigtem und restauriertem Zustand und vermittelt so wieder einen Begriff von seiner einstigen Schönheit.
     
Textilreste

     
Textilreste (Hose?)

     
Textilreste (Waschtuch?)

     
Treicheln
Die beiden Treicheln aus Blech wurden bei Ausgrabungen in der Burg Attinghausen gefunden. Sie stammen aus dem 13. oder 14. Jahrhundert und wurden dem weidenden Vieh, den Schafen und Ziegen umgebunden.
     
Trinkgläser
Trinkgläser, wie sie auf den Bildern der Manessischen Liederhandschrift zu sehen sind, wurden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in der Burg Attinghausen benützt. Sie waren ein äusserst kostbares Tischgeschirr. Überliefert wurden sie uns hauptsächlich durch die gelegentliche Verwendung als Reliquienbehälter in den Kirchen. Als Herstellungsorte kommen am ehesten der süddeutsche Raum oder Zürich, später auch Venedig in Frage. Auf dem Farbbild aus der Manessischen Liederhandschrift über der Vitrine ist eine Ess- und Trinkszene dargestellt, auf der ein solches Trinkglas herum gereicht wird.
     
Truhenscharniere
Vom hölzernen Mobiliar sind nur die Eisenteile erhalten geblieben: Truhenscharniere und -beschläge sowie eiserne Ziernägel, Türangeln mit Türbändern und Türbeschläge und ähnliche Fragmente. Ein Vorlegeschlösschen und zwei Schlüssel machen deutlich, dass schon damals das Eigentum vor fremdem Zugriff gesichert werden musste. Alle diese Dinge stammen aus dem 13./14. Jahrhundert.
     
Türchen zu Sakramentenhäuschen
Gleichsam als Zäsur zwischen der Zeit des Hoch- und des Spätmittelalters haben wir das Türchen eines Sakramentshäuschens aus der alten Kirche von Erstfeld angebracht. Es ist ein prachtvolles Stück mittelalterlicher Schmiedekunst. Es diente einst als Abschluss der Nische, in der das Allerheiligste aufbewahrt wurde. Diese war umgeben von einer reichen gotischen Steinmetzarbeit, mit der es sich zu einer prächtigen Einheit zusammen fügte. Das zierliche Gitterwerk ist im 16. Jahrhundert entstanden.
     
Uristiermaske
Leihgabe Tellspielgesellschaft
     
Vielteilige Gürtelgarnitur

     
Zeichnung Kochen

     
Zeichnung Spinnen / Feldarbeit

     
Zierblech
Das länglich-ovale Zierblech, eine getriebene Arbeit mit einem auf einem Löwen reitenden Armbrustschützen, stammt aus dem 12. Jahrhundert aus der Burg Attinghausen. Es ist die älteste bekannte Darstellung der Armbrust in Uri überhaupt.
     


Copyright: Historischer Verein Uri, Altdorf / Letzte Aktualisierung: 18.4.2015